Onlineausstellung "Was Bilder zeigen und Texte sagen"
Im Oswald-von-Nell-Breuning-Haus (Friedrich-Ebert-Straße 14, Dillingen/Saar) gibt es wechselnde Kunstausstellungen.
Dort haben sich der Fotoclub 88 Lebach e.V. und die kreative Schreibwerkstatt gefunden und gemeinsam die Aussetellung
- Was Bilder zeigen und und Texte sagen -
organisiert.
Die Ausstellung war vom 18. Juli 2024 bis 30. August 2024
im Oswald-von-Nell-Breuning-Haus, Dillingen, Friedrich-Ebert-Straße 14 zu den Öffnungszeiten zu besichtigen.
Um weiterhin die Ausstellung - Was Bilder zeigen und Texte sagen - zu besuchen gibt es die Ausstellung hier als virtuelle Ausstellung.
Um die Texte zu lesen klicken Sie bitte auf das Foto.
Nun wünscht der Fotoclub 88 Lebech e.V. und die kreative Schreibwerstatt viel Spaß mit der Ausstellung.
Virtuelle Ausstellung "Was Bilder zeigen und Texte sagen"

Monika Buchmann
Unheimlich
Der Nebelwald
Wir spielen Verstecken
Wo bist du denn?
Hallo!
Marita Kuhn
Plötzlich ist die Welt still.
Der Himmel, die Bäume, alles verschwimmt.
Ich atme ein, wieder aus, schaue mich um.
Ich fühle mich verloren und geborgen zugleich, nur meinen Atem höre ich doch spüre, wie der Wald mit mir atmet.
Die Natur um mich herum, hier dreht sich nichts um mich.
Niemand sieht mich, niemand hört mich, niemand nimmt mich wahr.
Brauchen wir jemanden, der uns wahrnimmt, damit wir existieren?
Oder sind wir erst dann wir selbst, wenn niemand uns mehr wahrnimmt?
Theo Hafner

Monika Buchmann
Uralte
Gletscher
Mulde
Unberührt schimmert der Smaragd
Heike Prangenberg

Monika Buchmann
Gestalten
Unscharf, verfremdet
Auf ihrem Weg
Wo eilen sie hin?
Einsamkeit
Gudrun Lemier
Menschen im Nebel
Die Zukunft scheint ungewiss,
im Nebel, nicht vorhanden.
Dabei ist oft Zukünftiges
schon längst in uns entstanden.
Marita Kuhn
Menschen; Schatten im nirgendwo
kommen aus dem nirgendwo… .
Man erkennt sie nicht, und doch sind sie da
Irgendwo im nirgendwo
Menschen unerkannt, weggerannt,
angekommen, unbekannt,
Menschen gehen irgendwohin
und keiner nimmt sie wahr.
Monika Gantner

Monika Buchmann
Klaus-Hugo und sein Freund Matz
Üben täglich mit Saxophon Jatz
Ihr Hund mag’s nicht hören
Jault laut und tut stören
So ist’s Üben ganz für die Katz
Gudrun Lemier
Musiker im Doppelpack – Doppelsax -Doppelbrille
Ich sehe das Bild und höre sofort die Musik, fühle die Stimmung und die
Energie, die im Raum ist. Schließe meine Augen und vor mir erscheint das
Bild eines Jazzclubs. Glückliche Menschen und ich bin unter ihnen, lasse
mich vom Milieu einfangen und in eine andere ferne vergangene Welt
entführen. Da will ich bleiben und nicht mehr zurück.
Mein Herz und meine Seele haben sie erreicht…
Die Musiker im Doppelpack mit Doppelsax.
Monika Gantner

Heinrich Pach
Amselgesang
Die Amsel hör ich lauthals singen,
Das macht mein Herz unendlich froh.
Ich kann mich zu nichts andrem zwingen,
Wenn Amseln draußen lauthals singen
Und so mir Lebensfreude bringen.
So ist’s, es war schon immer so.
Die Amseln hör ich lauthals singen,
Das macht mein Herz unendlich froh.
Gudrun Lemier
Wo sind denn die Weibsleut´?
Ich schrei mir hier die Seele aus dem Leib wie ein Kakapo!
Heike Prangenberg
Tirilirili…
Wo seid ihr, ihr Damen?
Ich ruf eure Namen
mit Frühlingsgefühlen.
Hier, auf diesen kühlen
eisstarren Farnen
will euch umgarnen
meine Balz-Melodie: Tirili, tirili…
Marita Kuhn

Heinrich Pach
Wie ein Wunder entsteht aus Sand
das Auge der Welt vergänglich
nichts ist für ewig
Ellie Venner
Der letzte Illuminati-Großmeister:
Heute in der Fußgängerzone!
Heike Prangenberg
Unsinn sagen die einen und Schmiererei
die anderen, sie laufen vorbei und sie
sehen es nicht, das Licht und die Freude.
In den Augen des Malers.
Den Maler interessiert das nicht, er sieht
sein Tun in einem anderen Licht, Malen.
So lebt jeder in seiner Welt, aber einmal
die Perspektive zu wechseln, könnte nicht schaden,
Monika Gantner

Heinrich Pach
Die schwarz-weiße Welt
wird gefüllt mit bunten Geschichten
welche wir gerne mit Anderen teilen
Ellie Venner
Pünktchen sucht Anton
Heike Prangenberg
Tupfenkleid
Tupfen überall
Das war Mode
Tupfen hier, Tupfen da
Damit konnte man Punkte machen
Retro
Gudrun Lemier

Heinrich Pach
Vergessen und ungenutzt
Niemand
Lauscht mehr meiner Geschichte
(lost place)
Heike Prangenberg
Grabmal
Auf einsamen Hügel
steht zwischen Zweigen
ein Grabmal verlassen
in düsterem Schweigen,
von Geistern belebt nur
in schlafloser Nacht,
wartend auf Jemand,
der ihrer Gedacht.
Marita Kuhn
Das verwunschene Tor, betreten verboten,
von alten Geschichten umwoben stand es
stumm herum, warum?
Geheimnisvoll und mystisch, in Träumen
von Kindern zum Leben erweckt,
groß und stolz als Schloss entdeckt.
Monika Gantner

Jürgen Kipper
Menschen haben die Welt übernommen, überall findet man sie.
Niemand kann sie davon abhalten, sich zu verbreiten, mehr Raum einzunehmen, immer mehr zu fordern.
Ist es Fluch oder Segen, dass sie auch die Meere, die Flüsse besiedeln?
Überleben unter den schwierigsten Bedingungen ist eine menschliche Fähigkeit, die wir erstaunlich oft anwenden.
Vielleicht haben wir deshalb so wenig Rücksicht auf all die Bewohner der Erde, die sich nicht so schnell anpassen werden.
Theo Hafner

Jürgen Kipper
Venedig
Zwei Herzen
Tag und Nacht
Im Spiegel des Wassers
Amore
Das gleiche zusehen
und dennoch daran zu zerbrechen,
Zwei Lieben die bleiben, aber seine muss er vergessen.
So fährt er jeden Tag, die andern daher,
aber mit seiner Amore fällt es ihm schwer.
Ein Ort wo er sie das erste und letzte Mal traf,
Ein Ort der trotzdem nie Ihre Schönheit vergas.
So spiegelt das Wasser,
noch heute bei Tag und Nacht.
Die Schönheit von Amore in voller Pracht.
Lisa Haan

Jürgen Kipper
Vor Jahrhunderten erbaut
schwerer Stein, gemeißelte Figuren, Bögen, durch die ein Riese passen würde
Vorhänge fallen in exakte Falten, Fenster, die nie für Glas gedacht waren.
sorgsam geschnitzte Stuhlbeine, geflochtene Rückenlehnen, Hemden, die nach wenigen Minuten schon zerknittert
Ästhetik wirkt sich auf vieles aus.
farbenfrohe Kleidung, geschwungene Schriftarten, Fitness-Uhren, deren Hintergrund man anpassen kann
Ästhetik kann so verschieden sein.
Doch der Erhalt kostet Zeit und Arbeit:
immer wieder bügeln, Fliesen schrubben, Fenster putzen
Und doch: Vintage, Retro, Fenster mit Spuren einer Hundenase, Stein der sich mit der Zeit verfärbt
vielleicht liegt auch schönes im Vergangenen, in der Abnutzung des einst Prächtigen.
Theo Hafner

Jürgen Kipper
Lagune
Blaue Boote
Zur blauen Stunde
Tag küsst den Abend
Stille
Christine Sinnwell-Backes

Dr. Eugen Tigiser
Winterliche Solidargemeinschaft
Heike Prangenberg

Dr. Eugen Tigiser
Die Krone zum Himmel
in der Erde tief verwurzelt
dein Leib zeigt das Leben
Spuren von Verlust
Falten in deiner rauen Haut
perfekte Unvollkommenheit
Ellie Venner

Dr. Eugen Tigiser
Menschliche Einsamkeit
Allein unter Tieren.
Heike Prangenberg
Tristesse oder Besinnlichkeit?
Freude oder Traurigkeit?
Gleichgültigkeit oder Resignation?
Geschäftigkeit – Geschwätzigkeit
Apathie oder Geben und Nehmen,
spiegelt das Bild unsere Gesellschaft?
Umgeben von der Natur in der wir
leben, mit vielen Facetten.
Monika Gantner

Dr. Eugen Tigiser
„Gewitter“
Gewitterwolken
Schwindendes Licht
Es wird Nacht
Ein Boot im See
Waterloo
Marita Kuhn

Dr. Renate Schloenbach
Bedeutung
Individuelle Wahrnehmung
Versunken im Augenblick
Jeder auf seine Art
Betrachter
Theo Hafner

Dr. Renate Schloenbach
Herbst im Departement Drôme
Nirgendwo sonst auf der Welt
leuchtet der alte Hausputz
als wäre er der Hintergrund
eines Gemäldes von Michelangelo.
Heike Prangenberg
Die Fassade.
Bunt, froh und mit voller Farbe
sticht sie heraus die Fassade.
Mit Leben und Familie gefüllt,
ein Haus das nur vor Freude brüllt.
Doch plötzlich,
eins auf den anderen Schlag.
Bricht sie runter die Fassade.
Leer und auch noch so verlassen,
stand sie dort in leeren Gassen.
Kalt und nicht vertraut,
eine Fassade die immer mehr abbaut.
Doch nur mit neuer Hand und deren Ideen,
Kann die Fassade wieder blühen.
Lisa Haan

Dr. Renate Schloenbach
Warten
Worauf warten?
Worauf warte ich?
Auf Herrchen oder Frauchen?
Auf etwas Unerwartetes?
Wer weiß…abwarten
Ellie Venner

Dr. Renate Schloenbach
Fenster
Blick aus dem Fenster
Blick aus dem Fenster in die Ferne.
Blick aus dem Fenster ins ferne Nirgendwo.
Und alles was ich sehe, da draußen,
findet seinen Weg zurück zu mir.
Blick aus dem Fenster.
Blick in mich selbst.
Ein Augenblick nur.
Christine Sinnwell-Backes

Gerhard Diehl
Monstrum aus Stahl brauchen wir nicht.
Heute fahren kleinere Züge.
Die Deutsche Bahn verspätet sich.
Ich möchte nach Hause.
Noch drei Stunden.
,,Liebe Passagiere…”
Verdammt.
Theo Hafner

Gerhard Diehl
Westerhever Leuchtturm
Stolz und trotzig steht er da
der Westerhever Leuchtturm
auf dem platten Land, auf Westerhever Sand.
Ist Schutz und Wegweiser in der Nacht.
Hat schone viele Seeleute nach Hause gebracht,
der Westerhever Leuchtturm!
Marianne Lorenz
Ein Leuchtturm strahlt bei Nacht an Land,
zeigt Seemann und Wandrer den rettenden Strand.
Auch ich tapp im Dunkeln ab und zu.
Mein Leuchtturm: Du?
Marita Kuhn

Gerhard Diehl
trandkorb
zwei Strandkörbe auf dem Steg
Wolken kündigen den Sturm an
nach jedem Sturm folgt Sonnenschein
die Strandkörbe kommen an den Strand
Wind, Sand, Sonne und Wellen können genossen werden
Marianne Lorenz
Einsame Wintertage an der See
Nach der Saison
Ist die Promenade still.
Das Meer schlägt Winterwellen.
Die Möwen haben Mühe den Kurs zu halten.
An diesen gewissen Tagen
verschwimmt mir die Welt auf´s Wohligste.
Heike Prangenberg

Gerhard Diehl
Badehäuschen
ein scheinbares Durcheinander
Stufen und Geländer aus Holzbrettern
sie führen zu kleinen Umkleidehäuschen
darüber dunkle, beängstigende Wolken
auf der anderen Seite der Häuschen
Sonne, Sand und Meer
ganz bestimmt!
Marianne Lorenz

Thomas Lamberti
Der Raureif verzaubert den Winterwald.
Der Frost gibt welken Blättern Halt.
Auf eisigem Wasser zieht seine Bahn,
mein lieber Schwan.
Marita Kuhn
Der Schwan, ein Sinnbild für Eleganz, Stil und Souveränität.
Scheinbar schwerelos schwebt er auf dem Wasser und hat etwas Hochmütiges.
Zu Recht, denn er kann etwas, was wir nicht können, auf dem Wasser
scheinbar schwerelos dahin-schweben. Kommen wir ihm zu nahe, dann breitet er seine Flügel aus und fliegt davon.
Das können wir auch nicht.
Monika Gantner
Davon schwante mir nichts
Es war ein leuchtender Morgen.
Die Sonne vertrieb alle Sorgen.
Ich spazierte zum See
Ganz hier in der Näh‘.
Ein Schwan sieht mich kommen,
Ich bin wie benommen.
Wie elegant sein Gefieder!
Ich setze mich nieder
Auf einen Stein dicht am Rand
Ein Stück Brot in der Hand,
Mit dem Schwan es zu teilen.
Der tut sich beeilen.
Ich beug mich weit vor,
Die Balance ich verlor.
Stürz kopfüber ins Wasser,
Werde nasser und nasser.
Der Schwan flieht vor Schreck,
Ich stecke im Dreck,
Robbe ans Ufer mich ran
Und denk: „Ach, du lieber Schwan!“
Gudrun Lemier

Thomas Lamberti
Nichts als Schmerz
Es ist nichts als Schmerz
Die Erinnerung an dein strahlendes Lachen
Das Nachdenken über deine Bewältigung des Lebens
Es ist nichts als Schmerz
Der unerwartete Schlag des Schicksals
Der verzweifelte Schrei deiner Mutter
Es ist nichts als Schmerz
Für die Mutter
Deren einziges Kind ihr entrissen wurde
Gudrun Lemier
Flügel leihen
Weil ich dich liebe,
lasse ich dich gehen.
Mein Herz soll nicht dein Anker sein.
Es soll dir vielmehr Flügel leihen,
auch wenn sie sanft dich von mir tragen.
Weil ich dich liebe.
Christine Sinnwell-Backes

Thomas Lamberti
„Tulpen“
Tulpen
Einst Kostbarkeiten
Hollands großer Reichtum.
Heute Massen produziert
Billig
Marita Kuhn

Thomas Lamberti
„Blau“
Blau ein Teppich
von kleinen Hyazinthen.
Des Frühlings Band flattert
blau (Mörike)
Marita Kuhn
Blaue Blumen
flüstern dir von der Sehnsucht
von der Ferne,
von der Wärme.
Lausche hin, Mensch.
Heike Prangenberg

Claus Veeck
Person.
Blühende Persönlichkeit.
In mir verloren.
Ein Gefühl innerer Leere.
Wer bin ich denn bloß?
Ein Mensch ohne Kopf.
Ohne meine Hände.
Ohne mich.
Ich.
Theo Hafner

Claus Veeck
Autos, Kleidung, Handys, Uhren.
Der Drang unserer Welt, allem einen Preis zu geben.
Geld als Leitfaden, als Ziel, als Motivation, als wichtigstes Gut.
Weiße Wände, hohe Räume, drei Garagen, Thaimassagen.
Tausend Euro für einen Kugelschreiber mit Diamanten?
Vielleicht will niemand reich sein, vielleicht nur erfüllt.
und merkt in dieser Gesellschaft nicht
wie er an materiellem Gut zerbricht.
Theo Hafner
A famous artist named Beuys
Showed off in his shiny Rolls Royce [Reuys]
To make great impression
As it was his own fashion
Was that his unique choice? [cheuys]
Oder/und:
Ein Künstler namens Jupp Boyce
Gab an mit einem Rolls Royce
Um Eindruck zu machen
Doch das war zum Lachen
Denn er konnte nicht zahlen den Proyce.
Gudrun Lemier

Claus Veeck
Gedanken:getöse:tag
Ein schlechtsitzender Tag mit wenig Erbarmen
Bewegungslos kauere ich im finsteren Versteck
Es ist heute nicht an mir
Wind und Regen zu gebieten
Werde keine Häuser errichten,
keine Länder befrieden
Heute gibt die Starre den Ton an
Wiege mich in Obdach
Der kleinen Sicherheit
Bis das Unwetter weiterzieht.
Heike Prangenberg

Claus Veeck
Ich sehe ein A.
Nahrungsmangel? Magersucht?
Ausgezehrt!
Gudrun Lemier
CuSn
Bronze,
eine Kupfer-Zinn-Legierung
Die Kunst
Erschafft
Daraus
Eine junge Frau,
deren Selbstvergessenheit
zum Träumen einlädt.
Heike Prangenberg
Schönheit und Ästhetik liegen immer
Im Auge des Betrachters.
Eine Bronce, eine Frau deren Blick
die Ewigkeit zu finden scheint.
Kühl, sinnlich, unnahbar, in Gedanken
vertieft und fesselnd zugleich
Monika Gantner

Ayse Alt
Aufblühen
Zwischen dem Dunklen,
dem Vergangenen, dem Vergehenden
entsteht das Leben neu.
Da, wo die Finsternis am tiefsten ist,
leuchtet der Lebensfunke umso heller.
Wir brauchen die, die dann blühen,
wenn wir es nicht erwarten,
da, wo wir es nicht erwarten.
Die, die uns dann Hoffnung schenken,
indem sie uns sagen,
dass in jedem Abschied
auch ein Neuanfang liegt.
Christine Sinnwell-Backes
Die Blume, sie blüht einfach nur so!
Sie strahlt und macht das Herz mir froh!
So gebe ich im Lächeln ihr Strahlen zurück,
mein Herz ist voll Freude, mein Herz ist im Glück!
Die Blume, sie blüht einfach nur so!
Sie strahlt und macht das Herz dir froh!
So gebe im Lächeln ihr Strahlen zurück,
dein Herz wird voll Freude, dein Herz ist im Glück!
Marlies Bauer

Ayse Alt
zierlich
stehend auf
eín grünes Bein
leuchtende Farbe
grazil
Ellie Venner
Ja, er ist da, der Frühling!
Diese wunderschönen Tulpen verkünden ihn.
Sie wachsen und blühen,
kommen aus der Dunkelheit ins Licht
und erfreuen jedes Herz.
So können wir uns fragen:
Wie sieht unser Wachsen und Blühen aus?
Marlies Bauer

Ayse Alt
Ihr seht mich nicht.
Ich bewohne ein Haus am Fuß eines Hügels.
An meinen dunklen Tagen
Klettere ich den kleinen Pfad hinaus
In der Hand eine uralte Rosenschere.
Folge den Spuren der Rehe.
Schneide überhängende Äste
Und Brombeerranken weg.
Der verschlungene Pfad
Führt mich im Frühjahr
Zu wildem Schnittlauch und Wiesenschaumkraut.
Im Sommer nasche ich Kirschen
Auf einer längst aufgegebenen Streuobstwiese.
Der Herbst wirft mir
Die überreifen Äpfel direkt vor die Füße.
Wenn der Winter kommt,
stromere ich kreuz und quer
atme tief in die kalte Luft hinein.
Ihr seht mich nicht.
Ihr seht die Kulisse eines Hügels,
dem Mond im späten Licht.
Mich seht ihr nicht,
die wilde, kleine Frau.
Heike Prangenberg
Abendrot
Wie schön
Alles ist eingehüllt
Die Landschaft, das Firmament, welch Zauberkünstler
war am Werk?
Auch ich tauche ein ins göttliche Sein
Ins Abendrot
Stille
Erfülltsein
Marlies Bauer

Ayse Alt
„Pavillon“
Einsam
am See
der kleine Pavillon
verschweigt die zärtlichen Stunden
gemeinsam
Marita Kuhn

Rosemarie
Keine Macht dem grau!
Heike Prangenberg
Blumen
Dem Schöpfer sei Dank,
der die Erde gemacht
und die Wunderwerke,
die sie hervorgebracht.
Marita Kuhn

Rosemarie Wagner
Lichtbogenball
steht auf
einer dunklen Straße
Fassaden sind im Hintergrund
schwach beleuchtet lila und gelb
erhellt die Nacht wenig
alles ist still
der Lichtbogenball
leuchtet
Marianne Lorenz
All ball light has landed
Nobody is looking
So he´ll be gone soon.
Heike Prangenberg

Rosemarie Wagner
Reihenhaus
Ein Nebeneinander
Gleich von Außen
Doch innen ist es anders
Kein Leben gleicht sich darin
Ist die Fassade gleich
Die Leben dahinter
So individuell
einzigartig
Christine Sinnwell-Backes

Rosemarie Wagner
Ein Innenhof – Eingang von zwei großen
Hecken mit Formschnitt –
Häuser in zartem Rosa gehalten –
Altes Kloster oder Seniorenheim –
Einladend zum Verweilen und Zeit zu haben
Marianne Lorenz

Karin Trinh
Klimawandel
Die Erde schwitzt.
Sie ist erhitzt.
Die Erde motzt.
Sie trotzt und kotzt.
Sie Erde weint.
Sie fiebert und glüht.
Sie schreit und schreit
In ihrem Leid.
Sie trauert und jammert.
Sie zürnt und heult.
Sie stöhnt gequält.
‘s ist Zeit! – Zeit, die zählt!
Gudrun Lemier
Bitte bleib stehn, und du wirst sehn:
Alles ist möglich!
Auf jeden Fall:
Wachsen und Blühen kann man überall!
Marlies Bauer

Karin Trinh
Kahle Wälder, geschmolzene Gletscher, Flüsse trocknen aus.
Der Himmel der gleiche wie vor Jahrtausenden
doch die Welt ist vernarbt.
Geschunden durch unsere Habgier, unseren ,,Fortschritt”.
Fortschritt.
Der uns ermöglicht, über die Welt zu wandeln,
alle Weiten auszukosten und so vieles zu erleben
ohne unser Zimmer zu verlassen.
Doch es ist nie genug.
Wie viel gibt unsere Welt noch her?
Theo Hafner

Karin Trinh
Still werden
Nur ich sein
Zurück geworfen auf mich.
Das Laute dieser Welt
Abstreifen
Und hinhören
In die Ruhe
Die auf einmal um mich ist.
Still werden
Und warten
Dass die Stille in mir ankommt,
mein Herz berührt
Es ruhig schlagen lässt.
Mich ruhig werden lässt.
Still werden…
Und all die Schafe um mich herum blöken lassen.
Christine Sinnwell-Backes

Karin Trinh
Wow dare we!?
An der Wiege
der Gattung Homo Sapiens
erwartet
den Rest des Planeten
eine Menge Ärger.
Für Luft und Erde.
Für Wasser und Pflanzen.
Für die Tiere.
Heike Prangenberg
Steinzeit
Ewiger Blick auf die Welt
Geboren in der Tiefe der Erde.
Geformt von Eis, von Feuer, Luft und Wasser.
Geschliffen
Gestoßen
Gerundet
Millionen von Jahren lang.
Menschen kommen.
Menschen gehen.
Mancher bleibt stehen,
hält inne und fühlt,
die Endlichkeit des eigenen Ichs.
Sein Leben –
Ein Wimpernschlag nur
Im Angesicht des Steins.
Christine Sinnwell-Backes

Stefan Schorr
„Luftballons“
Luftballons
am Himmel
viel bunte Punkte
Wer am weitesten fliegt
siegt
Marita Kuhn

Stefan Schorr
Affen
Menschen Affen
Wir waren Affen.
Schau auf das Leid.
Siehst du etwa unseren Fortschritt?
Wir sind nicht besser.
Entwicklung im Rückschritt
Alles Leid
Affenkrieg
Theo Hafner
Wir diskutieren
Einer reißt das Maul weit auf
Affentheater
Gudrun Lemier
Wie ermüdend sind doch diese souveränen
Primaten, die ständig rotieren,
diskutieren, fabrizieren, demontieren…
Da kann ich nur gähnen!
Marita Kuhn

Stefan Schorr
Kahl
Die Winterbäume
Doch scheintot nur
in Ihrem Wurzeln schlummern
Frühlingsträume
Marita Kuhn
Eintauchen in die Stille eines neuen Tages.
Die Dunkelheit löst sich auf,
Licht breitet sich aus
und erfüllt das Herz,
alles Schwere verschwindet.
Dieses Licht können wir bewusst
empfangen und weitergeben,
auf welche Weise auch immer!
Marlies Bauer
Insektensterben
Stillere Welt
Summen wird leiser
Tod kommt lautlos daher.
Wer merkt es, im Lauten?
Pflanzen verblühen.
Unbestäubt.
Christine Sinnwell-Backes

Stefan Schorr
Die Atemluft schwebt vor den Mündern,
Omas Mützen schmücken die Köpfe.
Eine Kälte, die alles durchdringt, die bis ins Mark geht.
Eisblumen, die die Welt verzieren,
Schnee, der leise fällt.
Etwas gespenstisches umhüllt die Natur.
Es reduziert uns auf das Wichtigste,
Nähe, Geborgenheit, Ruhe, Liebe.
Wie fühlen sich die, die dies nie erleben werden?
Theo Hafner

Jörg Mees
Nur im stillen Wasser
kann ich mich spiegeln
so wie ich bin
Ellie Venner

Jörg Mees
„Rätsel“
Rätsel
werden gelöst
Manche auch nicht
Sie bleiben für immer
rätselhaft
Marita Kuhn






















